Ich kam das erste Mal im Jahr 1992 mit dem Internet in Berührung. Ich hatte während meines Studiums eine Arbeit als wissenschaftliche Hilfskraft an einer deutschen Universität angenommen. Ich arbeitete dort im Computerraum und lernte plötzlich die Möglichkeiten kennen, die dieses neue Medium bot. Damals steckte das WWW noch in den Kinderschuhen und ich war tatsächlich häufiger als im WWW noch in Diensten wie Gopher oder Usenet unterwegs. Wollte man damals eine email mit Anhang versenden bzw. empfangen, so musste man noch in recht aufwändiger Art und Weise das Attachment uudecoden bzw. uuencoden.

Trotzdem war ich bereits damals fasziniert, dass Menschen überall auf der Welt in Sekundenschnelle miteinander kommunizieren können. Insbesondere für den Bereich der gemeinsamen Forschung wurde das Internet damals genutzt, an die heutige weitreichende kommerzielle Nutzung war damals kaum zu denken.

Tatsächlich ist das Internet aber natürlich noch sehr viel älter. Schauen wir uns also an, welches Die Ursprünge des Internet waren:

Vom Arpanet zum Internet

Das heutige Internet ist aus der militärischen Forschung der USA während des kalten Krieges entstanden. In militärischen Kreisen tauchte in den sechziger Jahren die Fragestellung auf, wie ein Kommunikationssystem gestaltet werden könne, so daß es vor ernsten Zerstörungen durch atomare Angriffe geschützt sei. Die Antwort lag in der Konzeption eines Systems ohne zentrale Steuerung und Kontrolle. In einem solchen System sollten überlebende Knoten in der Lage sein, Verbindungen aufrechtzuerhalten. Basierend auf diesem Konzept wurde 1969 durch das US-Amerikanische Verteidigungsministerium das sogenannte ARPANET in Betrieb genommen. In diesem Netzwerk waren zuerst lediglich die vier Computer der University of California at Los Angeles, des Stanford Research Institute, der University of California at Santa Barbara und der University of Utah miteinander verbunden.

Entwicklung des Internet Protocols (IP)

Für das Netzwerk wurde ein sogenanntes Protokoll entwickelt, das sowohl die Adressierung als auch den Versand der Daten regelt. Erstmals wurde somit im ARPANET das sogenannte Internet Protocol (IP) eingesetzt. Dieses Protokoll teilt zu übertragende Datenkomplexe in Pakete unterschiedlicher Länge und versieht jedes Datenpaket mit einer Quell- und einer Zieladresse, so dass sie jeweils eigenständig ihr Ziel finden können. Dieses Protokoll mit seinen verteilungsintelligenten Komponenten macht das Internet somit zu einem robusten und gegenüber Zerstörungen sehr resistenten Netzwerk. Weitere Netze gliederten sich in einem evolutionären Prozeß ein: 1971 gab es 15 Knoten im ARPANET, 1972 waren es bereits 37 Knoten – das Internet war geboren!

Von der wissenschaftlichen zur kommerziellen Nutzung

Das Internet als Kommunikationsmedium ohne zentrale Steuerung und Kontrolle gewann in wissenschaftlichen Kreisen an Popularität. An eine breitere Nutzung dieses Netzwerkes war damals nicht zu denken, dazu waren die Internet-Dienste und die zugehörigen Clients für die Nutzung von Electronic Mail, FTP, News, Telnet, Archie, Gopher und Veronica nicht benutzerfreundlich genug. Erst mit der Entwicklung des Dienstes World Wide Web (WWW) war an eine allgemeine Nutzung des Internet zu denken, da das WWW den Großteil der vorher genannten Dienste in eine Oberfläche integrieren konnte.

Das Wachstum des Internet ging in Europa langsamer als in den USA voran. Trotzdem hat sich das neue Medium aber auch schnell in den europäischen Staaten etabliert.

Design hat Konsequenz!

Heute ist das Internet kaum mehr aus unserem Alltagsleben wegzudenken. Wichtig ist die Geschichte des Internet aber auch deswegen, weil viele Stärken (insbes. Robustheit) und Schwächen (insbes. im Bereich Datenschutz und Datensicherheit) des Mediums Internet aus seiner Entstehungsgeschichte resultieren.